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Kongregation der Borromäerinnen
Mutterhaus Kloster Grafschaft
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Kurze Geschichte des Klosters Grafschaft |
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Das Kloster Grafschaft wurde 1072 vom Kölner Erzbischof Anno gegründet. Für Jahrhunderte lebten benediktinische Mönche im Kloster, bevor es 1804 aufgehoben wurde. In staatlichem Besitz verfiel die Klosterkirche und ihre Kunstwerke wurden verkauft. 1827 erwarb die Familie von Fürstenberg das Kloster, doch 1832 musste die baufällige Kirche, einer der schönsten Barockbauten des Sauerlandes, abgerissen werden.
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Jahrzehntelang wurden die Klostergebäude als Schule genutzt und von Familien bewohnt. 1948 kamen die Ordensschwestern der Borromäerinnen aus dem schlesischen Trebnitz nach Grafschaft, um hier ihr klösterliches Leben fortzusetzen und ein Krankenhaus einzurichten. |
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Heute ist das Kloster Grafschaft das Mutterhaus der Kongregation, die neben dem Kloster Grafschaft weitere Niederlassungen und caritative Einrichtungen in Deutschland, Rumänien, Israel und Ägypten besitzt.
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Baugeschichte, Architektur und Bauplastik |
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Zwischen 1079 und 1089 wurden die neu errichteten Gebäude des Klosters geweiht. Von dem ersten Klosterbau hat sich nur das Untergeschoss des Kirchturms, die heutige Turmkapelle, erhalten. 1270 wurde das Kloster durch einen Brand vernichtet. Über die in den folgenden Jahren wiederaufgebaute Architektur ist leider wenig bekannt. 1629 wurde der Kirchturm zu seiner heutigen Größe erhöht.
1729 wurde mit dem Abriss des alten und dem vollständigen Neubau des heutigen Klosters und seiner Kirche begonnen. Die Arbeiten an den Klostergebäuden waren 1742 beendet. Die neue Hallenkirche wurde 1738-1743 errichtet, nach ihrer künstlerischen Ausgestaltung wurde sie 1747 geweiht. Vermutlich nach einem Entwurf von Gottfried Laurenz Pictorius wurden die Gebäude unter der Leitung des sächsischen Architekten Michael Spanner errichtet. Die barocke vierflügelige Klosteranlage ist um einen Innenhof gelegt, der an drei Seiten vom Kreuzgang umgeben wird und an seiner Nordseite ursprünglich von der Kirche abgeschlossen wurde.
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Unter den einheitlich gestalteten Fassaden ist die Westfassade als Schauseite hervorgehoben. Hier befinden
sich das Hauptportal mit dem Klosterwappen und zwei Seitenportale, welche die Personifikationen der vier Jahreszeiten tragen. Die Bauplastik wurde von dem Rüthener Melchior Klug zeitgleich mit dem Fortschreiten des Neubaus geschaffen. Von demselben Künstler stammen auch das Portal mit der Darstellung des hl. Benedikt auf der Südseite des Klosters und die großen Skulpturen in den Nischen der Fassadengiebel.
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Im Westen ist über dem Hauptportal der Klostergründer Anno dargestellt, als Klosterpatrone sind im Osten der hl. Alexander sowie im Süden die Gottesmutter Maria zu sehen. Die heute in den Kreuzgang versetzte Skulptur des hl. Benedikt befand sich ursprünglich auf der Nordseite der 1832 abgerissenen Klosterkirche.
Die dem Klostergebäude im Westen vorgelagerten Wirtschaftsgebäude wurden 1765-1786 von dem Paderborner Baumeister Ignatius Gehlen und dem Eversberger Johann Diederich Einhäuser errichtet. Das Portal des Torhauses mit dem Wappen des Klosters Grafschaft trägt die Jahreszahl 1770. |
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Grafschaft Die Borromäerinnen und Kloster |
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| Im Jahr 1948 kamen die Ordensschwestern der Borromäerinnen nach Grafschaft. Sie waren aus ihrem schlesischen Heimatkloster in Trebnitz vertrieben worden, wo sie am Grab der hl. Hedwig gelebt und gearbeitet hatten. Die schlesischen Borromäerinnen sind ein selbständiger Zweig der 1652 in Nancy in Lothringen gegründeten Kongregation der barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borrom"us. Als Hauptaufgabe haben sie sich besonders der caritativen Arbeit verschrieben.1948 befand sich das Kloster Grafschaft in weiten Teilen in einem verwahrlosten Zustand. Nach einem Pachtvertrag mit der Familie von Fürstenberg begannen die Borromäerinnen mit der Renovierung des Klosters und dem Umbau zu einem Krankenhaus. Nach dem Abschluss des ersten Bauabschnitts wurde das Kloster am 24. April 1950 vom Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger wieder eingeweiht. |
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| Im Zuge des Aufbaus des Krankenhauses wurde 1964-1966 auch die offene Nordseite des Klostergevierts durch einen Neubau geschlossen, der in seinen Dimensionen der abgerissenen Klosterkirche entspricht. |
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Museum im Kloster Grafschaft |
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Das 925jährige Gründungsjubiläum des Klosters war 1997 der Anlass zur Eröffnung eines Museums zur Kunst und Geschichte des Klosters Grafschaft. Neben den Klostergebäuden und ihrer Bauskulptur sind im Museumsraum liturgische Geräte, Paramente, Reliquien und Bücher aus der Klosterbibliothek zu sehen, die einen Einblick in die benediktinische und borromäische Klosterkultur geben. Im Kreuzgang sind Gemälde sowie Steinfragmente der alten Klosterkirche ausgestellt, zudem werden dokumentarische Photos der Kunstwerke, die sich ehemals in der Klosterkirche befanden, wie auch zum Zustand des Klosters nach 1948 gezeigt. In den Kapellen können Reliquiare der im Kloster Grafschaft besonders verehrten Heiligen Anno und Hedwig betrachtet werden.
Die ständig zu besichtigende Schausammlung des Museums wird zudem von Sonderausstellungen ergänzt, die der christlichen Kunst im südlichen Westfalen gewidmet sind. Öffnungszeiten sonntags 10-11.30 und 14-16 Uhr sowie dienstags 14-16 Uhr, Gruppenführungen jederzeit nach vorheriger Vereinbarung.
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